Frank Schneider, Geschäftsführer des Hauses, und Oliver Meyer, Leiter des Wohnheims, führen gemeinsam durch ein Gebäude, das mehr ist als Unterkunft. Rund 170 Wohnplätze gehören dazu, außerdem ein Tagungszentrum, Bildungsangebote, Büros, Freizeiträume, eine Hauskapelle – und ein öffentliches Restaurant. Das Kolpinghaus ist ein eigener Kosmos im Viertel. Die Bewohner? Junge Menschen in Ausbildung, auf Jobsuche, in Übergangssituationen. Manche kommen aus schwierigen familiären oder sozialen Verhältnissen, andere aus unterschiedlichen Teilen der Welt. Was sie im Kolpinghaus finden, ist Stabilität, Struktur und Menschen, die sich kümmern.
Die Wurzeln des Hauses liegen in der Kath. Zentralgesellenhaus-Stiftung, einer bürgerschaftlichen Initiative, die sich mit den christlich-sozialen Ideen des „Gesellenvaters“ Adolph Kolping verband: Hilfe zur Selbsthilfe, Gemeinschaft statt Ausgrenzung, Werte statt Lippenbekenntnisse. Genau das prägt auch die Arbeit heute: Hier geht es nicht um schnelle Lösungen, sondern um tragfähige Wege. Und darum, Menschen als ganze Persönlichkeiten wahrzunehmen, mit ihren Herausforderungen, aber auch mit ihrem Potenzial.
„Wir sehen uns nicht als soziale Einrichtung im klassischen Sinn“, erklären die beiden, „sondern als professionellen Gastgeber mit sozialer Verantwortung.“ Diese Haltung spürt man: im persönlichen Umgang, im täglichen Miteinander und in der festen Überzeugung, dass ein gutes Leben mit einem sicheren Zimmer, einem stabilen Umfeld und echten Chancen beginnt. Das Bahnhofsviertel ist für das Kolpinghaus dabei kein Hindernis, sondern genau der richtige Ort: urban, vielfältig, herausfordernd. Und voll von Geschichten, die es wert sind, weitererzählt zu werden.
