Kultur für alle: Mitten im Bahnhofsviertel ist seit über 60 Jahren die Servicestelle der Theatergemeinde München e.V. und ihres Thea Kulturklubs. Hier stellen die Mitarbeiterinnen Kulturtipps zusammen, beraten über 10.000 Mitglieder telefonisch und per Mail und geben unter www.thea.info ermäßigte Tickets weiter. Ihren zentralen Arbeitsplatz, nur wenige Schritte vom Hauptbahnhof entfernt, wissen die Beschäftigten sehr zu schätzen. Super erreichbar, viel Auswahl für die Mittagsverpflegung und kurze Wege in die Theater, um Neues zu sichten.

Wo gespielt wird, wächst Gemeinschaft – mitten im Wandel des Bahnhofsviertels

Was aussieht wie ein bunter Fachhandel für Games und Sammelkarten, ist in Wahrheit viel mehr: ein generationsübergreifender Treffpunkt, ein Ort kultureller Vielfalt und ein Beispiel dafür, wie Geschäftsführung auch gesellschaftliche Verantwortung übernehmen kann.
FUNtainment in der Landwehrstraße ist Treffpunkt für Nerds, Neugierige und Communities aus aller Welt. Reinhard Sigel, der den Laden leitet und zugleich Vorsitzender des Vereins Südliches Bahnhofsviertel ist, hat aus dem Geschäft weit mehr gemacht als ein Hobby-Shop. Es ist ein Raum für Begegnung – über Herkunft, Alter und Sprache hinweg.
Wer hier Yu-Gi-Oh!, Warhammer oder Magic spielt, kommt nicht selten aus Augsburg, Ingolstadt oder Stuttgart angereist. Denn FUNtainment war schon zu Zeiten des langsamen Internets ein Fixpunkt für die Szene. Noch heute spürt man das: Menschen verschiedenster Hintergründe – von Vietnamesen über Türken bis hin zu Spaniern – begegnen sich am Spieltisch. Was sie verbindet, ist die Freude am Spiel und der Wunsch, Teil einer Gemeinschaft zu sein.
Das Bahnhofsviertel war für Sigel nie bloß Geschäftsadresse, sondern Möglichkeitsraum. Was anderen als Durchgangsort gilt, war für ihn ein Anfang – und ist es bis heute für viele, die hier ankommen. Hier begann auch seine unternehmerische Geschichte. Im Bahnhofsviertel hat er mit Gleichgesinnten FUNtainment gegründet, gewachsen mit dem Viertel, gewachsen an seinen Herausforderungen.
Das Viertel nennt er ein „Chancenviertel“: ein Ort des Ankommens, des Weiterziehens, des Neubeginns. Zwischen Shisha-Bars, Hotels und sozialen Einrichtungen sei vieles im Umbruch – aber genau das eröffne Möglichkeiten.
Als Unternehmer bringt er sich auch politisch ein – mit Anträgen für mehr Stadtgrün, Debatten über Mobilität, klare Worte zur Aufenthaltsqualität. Statt Konflikte zu beklagen, sucht er tragfähige Lösungen: pragmatisch, zugewandt und stets mit Blick auf das Miteinander.
FUNtainment zeigt, wie Unternehmertum auch Verantwortung für das Umfeld übernehmen kann. Der Laden ist ein Modellprojekt dafür, wie wirtschaftliches Denken mit sozialem Bewusstsein zusammengehen kann.

Drei Fragen an Reinhard Sigel
1. Wo machst du im Viertel gerne Pause?
Bei Kathi Wickenhäusers in der Münchner Stuben und die Mia Trattoria – oder eines der vielen arabischen, afghanischen oder jemenitischen Lokale im Viertel.
2. Was wünschst du dir fürs Bahnhofsviertel?
Mehr Bäume, mehr Schatten, mehr gemeinschaftlich nutzbare Fläche – und dass es ein Ort der Chancen bleibt.
3. Ein Satz, den du hier gerne hörst?
Es gibt nicht den einen Satz. Was zählt, ist der Ton: offen, ehrlich, zugewandt.